Busfahrt von Yangshuo nach Fuzhou

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Auf einer unserer Erkundungstouren durch Yangshuo entdeckten wir, dass man direkt von dort aus auch mit einem Schlafbus nach Fuzhou fahren konnte. Dorthin wollte wir, weil wir einen Geschäftspartner von Geralds Firma in Innsbruck besuchen wollten. Weil wir nicht wieder nach Guilin mit den vielen eventuell korrupten Leuten fahren wollten und es somit recht praktisch fanden direkt von Yangshuo zu fahren, buchten wir in einem Reisebüro zwei Plätze für uns mit Start am Samstag um 14 Uhr. Die Tickets kosteten gesamt 760 RMB und wir stellten uns auf eine 20 Stunden Fahrt ein.
Wie im Reisebüro ausgemacht, waren wir an besagtem Tag um 13:30 Uhr dort und wurden von einer Angestellten zu unserem richtigen Bus gebracht. Bereits beim Einsteigen bemerkten wir, dass es sehr eng ist. Wir wurden unseren „Betten“ zugewiesen und quetschten uns hinein. Ich hatte eigentlich noch relativ gut Platz, mich störten nur: dass das Fußteil so niedrig war und ich meine Füße mit Schuhgröße 40 nicht gerade hinlegen konnte, dass der Bereich im Rücken in einem Winkel von ca. 45° aufgestellt war und dieser Bereich bei mir nicht erst beim Rücken begann, sondern bereits mein Hintern etwas höher lag, und dass man bei jedem Bremsmanöver seitens des Busfahrers nach vorne rutschte, sodass man sich ständig mit den Füßen unten abstützen musste. Wie gesagt, ich hatte mit meinen 1,70 m noch relativ gut Platz. Bei Gerald war die Sachlage wegen seiner Größe noch sehr viel schlimmer, sein Gesichtsausdruck war bereits nach einer Minute sehr gequält und seine Stimmung dementsprechend.
Nach 2,5 Stunden fahrt blieb der Bus stehen alle stiegen aus. Wir wurden vom Buschauffeur mittels Zeichensprache darauf hingewiesen, dass wir uns was zum Essen kaufen sollten. Das taten wir dann auch und bekamen ein sehr gutes bodenständiges Essen bestehend aus Reis, Ente, Schwein und diversen Gemüsesorten, alles um 15 RMB pro Teller. Auf einmal hörten wir Gehupe und sahen, dass unser Bus weg fuhr. Geri sprang auf und rannte hinaus. Es war aber alles nicht so tragisch, der Bus machte sich nur bereit und hat mit dem Gehupe darauf aufmerksam gemacht, dass es demnächst weitergeht.
Im Bus selber lief ständig der Fernseher mit einer Sendung, die mich an den Villacher Fasching erinnerte, später wurde auf chinesisches Gedüdel umgestellt und in der Nacht wurde er ganz ausgeschaltet, wofür ich sehr dankbar war. Chinesische Musik ist ja schon mal ganz nett, aber die ganze Zeit muss ich sie nicht hören.
Das Schlafen ging einigermaßen, vor allem, als der Bus auf der Autobahn war. Dann hörte nämlich endlich mal das Gehupe auf und die Fahrt wurde ruhiger. Ich wachte nur immer dann auf, wenn mir schon alles weh tat und ich mich umdrehen musste. Das war jedes mal ein ziemlich komplizierter Akt in dieser kleinen Zelle. Geri erzählte mir später, dass es ihm auch so ging.
Ungefähr um neun am nächsten Tag wurden wir in einen anderen Bus umgeladen, der zwar älter aber um einiges bequemer war. Wir hatten eine ungefähre Ahnung wo wir waren, darum wussten wir, dass wir noch ca. drei Stunden Fahrt vor uns hatten. Die waren dann aber relativ angenehm und 22 Stunden nach der Abfahrt erreichten wir endlich Fuzhou.

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