Express Zug Riga – St Petersburg

Alle Umlaute wirft es uns leider raus, da wir auf einer russischen Tastatur schreiben und deutsch nicht eingestellt ist.

Kurzinfo:
Der Express startet taeglich um 19:30 in Riga und kommt um 09:08 in St. Petersburg an. Die Fahrt im bequemen, sauberen und gepflegten Coupe mit 2er Belegung unt TOP Service kostet ca. 68 Lats (x 1,42 ist Euro). Der Kartenkauf ist problemlos beim freundlichen Bahnhofspersonal am Schalter in Riga moeglich. Russisch Kenntnisse sind von Vorteil.

Es war bereits seit einiger Zeit klar, dass wir die Strecke zwischen Riga und St. Petersburg mit dem Nachtzug im Liegewagen bewaeltigen wollen. Bereits am Vortag kauften wir die Tickets, die kurz vor Start von uns nochmals genauestens inspiziert wurden, denn es war nicht so einfach, die wirklich wichtigen Dinge wie Wagonnummer oder Sitzplaetze, aus den uebervollen Blaettern zu lesen. Zum Glueck hat uns die Ticket-Verkaeuferin alles erklaert, sonst waeren wir wahrscheinlich vollkommen aufgeschmissen gewesen. Jedenfalls haben wir auf Anhieb unser Abteil gefunden und es uns sofort gemuetlich gemacht. Es waren nur zwei Betten bezogen und auch sonst kein uebriges Bettzeug da, woraus wir schlossen, dass wir das Abteil mit eigentlich vier Betten fuer uns alleine haben. Bevor wir in den Zug stiegen, haben wir uns mit Getraenken und einer kleinen Jause ausgeruestet, weil wir noch nicht wussten, dass wir im selben Wagen in der die Kantine war, schlafen wuerden.
Der Schaffner war ganz nett, es war fuer uns nur etwas verwunderlich, dass er mit unseren Tickets abhaute, anstatt sie uns, wie in Oesterreich ueblich, sofort wieder auszuhaendigen. Aber wir dachten uns, er wird schon wissen, was er tut. Wir bekamen dafuer von ihm die in Russland notwendige Migrationskarte, die wir auch gleich ausfuellten. Das war in diesem schaukelnden Zug gar nicht so einfach! Etwa um 23 Uhr nach lettischer Zeit kamen wir an die Grenze. Es dauerte so ungefaehr eine halbe Stunde, bis die lettischen Beamten alle Passagiere kontrolliert hatten. Danach ging die Zugfahrt weiter und wir stellten die Uhr um eine Stunde vor. Scheinbar ewig dauerte die Fahrt, bis endlich kurz vor zwei die russischen Beamten ihre Pflicht tun konnten und nicht nur alle Passagiere sondern auch den Zug auf Herz und Nieren prueften. Als die russische Beamtin mit unseren Paessen abhaute, war mir so gar nicht wohl! Gott sei Dank bekamen wir die Paesse aber ca. eine Stunde spaeter, mit einem neuen Stempel verziert und nachdem zwei andere Beamte (aber nicht gemeinsam!) unser Abteil kontrolliert hatten wieder retour. Nun war es drei Uhr frUEh, und wir konnten endlich ins Bett.
Ziemlich geraedert erwachten wir so gegen acht Uhr von dem unverstaendlichen Geplapper der russischen Schaffnerin, die uns unsere Tickets wieder brachte. Eine Stunde und einen heissen Tee, der im Preis der Zugfahrt soviel man will inbegriffen war, spaeter erreichten wir St. Petersburg.
Was noch erwaehnenswert ist, ist die Toilette. Der Sitz ist aus Holz, es ist alles blitzblank geputzt, es gibt sogar eine richtige Seife (nicht so eine wie in den Zuegen bei uns) und sie ist immer versperrt. Der/Die SchaffnerIn ist aber immer so nett die Tuer aufzusperren wenn man fragt oder hartnaeckig davor wartet!
Das Bett ist eigentlich recht bequem, allerdings fuer manche Menschen vielleicht etwas kurz und schmal. Mir hat es gereicht und ca. fuenf Stunden habe ich sehr gut geschlafen!
Alles in allem hatte ich mir die Fahrt ganz einfach anders vorgestellt, weil ich vermutet hatte, dass wir mit zwei Russen oder Letten im Abteil sind und ich mir die ganze Nacht ein Schnarchkonzert anhoeren muss. Stattdessen kam ich wegen des Grenzspektakels spaet ins Bett, was vermutlich nicht weniger anstrengend ist. Den naechsten Nachtzug werden wir von St. Petersburg nach Moskau nehmen. Da werde ich noch einmal testen, ob eine Nachtfahrt immer so ermuedend ist!

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