Nikitas Homestead in Kuschir / Chuschir auf Olkhon / Olchon

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Das Anwesen von Nikita besteht aus vielen kleinen Holzhütten im Sibirien-Look und ein paar Jurten. Wir buchten vom 21. bis zum 28.09. ein Doppelzimmer mit eigenem Bad für 1000 Rubel pro Person und Tag mir Vollpension, hatten aber per E-Mail angekündigt, dass wir einen Tag früher kommen, welches leider nicht rechtzeitig gelesen wurde. Deshalb landeten wir die erste Nacht in einem Holzhaus in dem sich drei Doppelzimmer ein Bad im Außenbereich bei Sibirischer Kälte teilte. Wir hatten ein kleines kuscheliges Zimmer, dessen Einrichtung genauso hölzern wie die Hütte war, wobei ein einfacher Elektroofen Wärme spendete. Ein großer Gemeinschaftsraum mit gemütlichem Kanonenofen stand allen drei Zimmern zur Verfügung. Als wir vom Abendessen kamen machten wir Bekanntschaft mit der russischen Gastfreundschaftlichkeit. Ein junges russisches Paar, Irina und Sergej, das wir bereits bei der Herfahrt im Bus kurz gesehen hatten, war gerade beim Aufschneiden von Obst und Jause und rief uns „Saditjes“ (Setzt euch doch!) entgegen. Wir nahmen das Angebot neugierig an und wurden auch gleich zu Wodka und Wein eingeladen. Offenbar trinken Männer Wodka und Frauen Wein. Da die Fremdsprachenkenntnisse der Beiden schon etwas eingerostet waren, unterhielten wir uns auf Russisch, wobei schwierige Wörter auch schon mal pantomimisch dargestellt wurden. Um auch die österreichische Gastfreundschaft zu zeigen, holten wir unseren eisernen Vorrat, den original Tiroler Obstler, aus unserem Rucksack heraus, um ihn gemeinsam zu verkosten. Auch dieser schmeckte den Russen vorzüglich. Nachdem Wein, Wodka und Schnaps geleert waren, gingen wir friedlich zur Nachtruhe über und freuten uns, neue Freunde gefunden zu haben.
Am nächsten Tag zogen wir in unser ursprünglich gebuchtes Quartier um. Das Zimmer war nun deutlich größer und hatte neben einem kleinen Vorraum eine Duschgelegenheit und eine Biotoilette. Die Duschgelegenheit besteht aus einem Kessel der Kübelweise mit Wasser gefüllt wird und mit einer elektrischen Heizung erwärmt werden kann. Mit einer Tretpumpe wird das warme Wasser durch die Schläuche zum Duschkopf befördert. Wenn sich die Schläuche ausnahmsweise einmal nicht von der Tretpumpe lösen, was bei eingeseiften Haaren ziemlich lästig ist. Fast blind ist das Beheben des Schlauchproblems in der rutschigen Duschwanne beinahe unmöglich.
J Zum Glück gibt es eine kostenlose russische Banja.
Bereits auf der Homepage wurde auf die Biotoilette hingewiesen. Als wir diese sahen, wussten wir, woher der Name kommt. Es gibt zwei Bereiche in dem Toilettenbecken: der eine für das kleine, der andere für das große Geschäft. Wobei sich der Bereich für das Große erst öffnet, wenn man auf der Klobrille sitzt. Geleert wird der „Sammelbereich“ einmal in der Woche oder auf Anfrage. Benutztes Toilettenpapier muss in einen Mistkübel neben dem Klo separat eingeworfen werden. Nach einigen Tagen ergibt sich ein brennend-explosives Duftgemisch, das potenziellen Einbrechern ziemlich das Leben schwermacht. Nun weiß man auch, wieso das Bad nicht beheizt ist.
J
Die Verköstigung erfolgt dreimal Täglich, wobei es offensichtlich einen Panoramaspeisesaal im ersten Stock für die Bewohner der teureren Zimmer und eine Essensausgabe mit großem Speisesaal für die Bewohner der billigeren Unterkünfte gibt. Der Speiseplan wiederholt sich nach einigen Tagen. Satt wird man allerdings allemal! Tee, Kaffee, Wasser und gelegentlich Dicksaft stehen den ganzen Tag zur freien Verfügung. Auf Wunsch wird mittags auch eine Lunch box vorbereitet, die man benötigt, wenn man an einer der zahlreichen angebotenen Exkursionen teilnimmt, die meist zwischen 300 und 600 Rubel kosten. Die Rezeption befindet sich in einer Hütte, die am Speisesaal angebaut ist. Leider steht man im Freien, was bei eisigen Winden nicht sehr angenehm ist. Außerdem wartet man manchmal vergeblich, wenn hinter dem kleinen Fenster mal wieder niemand sitzt. Aufgrund der internationalen Gäste spricht der Großteil des freundlichen Personals fließend Englisch. Neben den Exkursionen stehen auch noch sportliche Möglichkeiten zur Verfügung wie Basketball, Volleyball und Tischtennis. Für Kinder gibt es einen eigenen Spielbereich, der vermutlich zur Hauptsaison betreut ist. Auch ein Fahrradverleih ist hier angeschlossen. Besonders positiv zu erwähnen ist das herrliche Seepanorama direkt vor dem Homestead.

Fazit: Nikitas Homestead in Kuschir / Chuschir auf Olkhon / Olchon ist für naturverbunde Leute, die einfache Unterkünfte und deftiges Essen mögen sicher eine Empfehlung.

Es gibt nun aber auch immer mehr andere Homestay oder Bead and Breakfasts in Chuschir, die deutlich günstiger sind!



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