Shanghai: Altstadttour

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Nicht weit von der Jugendherberge weg, quasi ums Eck, war eine Metrostation. Zielstrebig gingen wir in diese Richtung, weil wir in die Innenstadt wollten. Auf dem Weg dorthin kamen wir bei einem Standl vorbei, besser gesagt einem Griller, auf dem lecker aussehende Fleischspieße lagen, die eine emsige Frau mit allerlei Gewürzen versah. Es roch sehr verführerisch und ein paar Leute standen schon an, die offensichtlich auf ihre Spieße warteten, darum wollten wir auch davon probieren. Wir bestellten mittels Handzeichen zwei Spieße und sie wurden auch gleich auf den Rost gelegt. Ein paar Minuten später konnten wir sie auch schon genießen. Und: das Warten hat sich gelohnt!

Danach gingen wir weiter Richtung Metroeingang. Wir entdeckten noch ein Schuhgeschäft, in das wir gleich gingen, mit der Absicht, ein paar Sandalen für die Philippinen zu kaufen. Doch es war schon alles auf Winter eingerichtet, immerhin waren draußen die Temperaturen bereits unter 20 Grad. Gerald entdeckte für sich eine günstige Ledertasche, die er später auch kaufte. Die Metrostation war gleich gegenüber und wir versuchten eine Metrokarte zu kaufen die man aufladen kann, ähnlich der Octopuskarte in Hong Kong. Allerdings machte uns das Computersystem einen Strich durch die Rechnung und wir mussten uns erst einmal mit einer einfachen Karte zufrieden geben. An der nächsten Station an der wir ausstiegen, versuchten wir es noch einmal. Dort funktionierte zwar der Computer, aber derjenige der ihn bediente kam uns nicht sehr entgegen. Er konnte zwar etwas Englisch, stellte aber die falschen Karten aus. Es gibt nämlich zwei verschiedene Arten: die einen sind eine Art Leihgabe, die kann man zurückgeben, die anderen nicht. Das wussten wir damals aber noch nicht, darüber ärgertern wir uns erst am letzten Tag unseres Shanghai-Aufenthaltes. Also: falls jemals jemand von euch nach Shanghai fährt, hätten Gerald und ich noch jeweils eine Metro-Karte mit ca. 30 RMB Guthaben!

Wir stiegen die Station aus, die der Altstadt am nächsten war, dann schlenderten wir die Huaihai Lu hinunter bis zum Altstadtring. Wir merkten dass wir richtig waren, als uns die ersten Vendors begegneten und uns fragten: „watches, dvds or bags, have a look, miss…“ Auf den ersten reagierten wir noch freundlich und sagten: „No, thank you.“ Danach wurden die Verkäufer mehr oder weniger erfolgreich von uns ignoriert. Die Altstadt selber ist wunderschön, sehr traditionell chinesisch gebaut mit den geschwungenen Dächern und sehr viel Holz. Allerdings wirkte alles sehr für Touristen dekoriert und es waren auch sehr viele davon dort. So viele Fotoapparate auf einen Haufen hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Es war bereits dunkel als wir dort waren und von den Dächern leuchteten Lichterketten. Wie gesagt: wunderschön aber sehr touristisch.

Etwas später machten wir uns wieder auf den Rückweg, immerhin waren wir mit Ana und Anna, die wir bereits in Hong Kong kennen gelernt hatten, zum Abendessen verabredet. Wir hatten uns etwas verirrt, als wir die Straßennamen sahen dachten wir aber, dass wir wieder den richtigen Weg gefunden hätten. Wir kamen in eine Straße, in der gerade ein Markt stattfand. Links und Rechts wurden unterschiedlichste Waren verkauft, von noch lebenden Enten, und Krebsen bis zu verschiedensten Gemüsesorten. Dazwischen war nicht sehr viel Platz zum Gehen, trotzdem fuhren auch noch Motorräder vorbei, mit jeder Menge Gehupe und einem erstaunlichen Gleichgewichtssinn. Irgendwie fanden wir dann doch noch die richtige Straße und die Metro, mit der wir ein paar Stationen fuhren. Etwas verspätet kamen wir dann doch noch zu unserer Verabredung mit Ana und Anna, die noch ein paar Freunde dabei hatten. Es gab echtes chinesisches Essen das sehr gut schmeckte.

Anschließend gingen wir noch zum Caipirinha-Trinken auf die Dachterrasse vom Hyatt, der Dienstags nur 40 RMB kostete. Die Bar war der Hammer. Sehr neu, super eingerichtet mit einer Mischung aus Holz und satiniertem Glas, der große Raum war mittels offenen Trennwänden abgeteilt. So konnte man hindurch schauen und die anderen Leute beobachten, hatte aber trotzdem immer das Gefühl, seine Ruhe zu haben. Es gab ein paar Tische, ansonsten einige sehr breite Sofas, auf denen ein Tischchen für die Getränke stand.
Wir unterhielten uns noch recht gut und teilten uns zwei Caipis später ein Taxi nach Hause.

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