Durch Schreine und Tempel auf unserer Kyoto Tour

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Nachdem wir uns am Bahnhof bei der Information einen Stadtplan besorgt hatten und uns auch gleich das Hotel einzeichnen ließen, ging es mit der Subway zunächst drei Stationen. Als wir die Subway verließen und kurz stehen blieben um uns am Stadtplan zu orientieren, kam ein ganz in weiß gekleideter älterer Japaner auf uns zugeschossen und riss uns förmlich den Stadtplan und die Adresse des Hotels aus der Hand, mit der Frage: Can I help you? Relativ lange brauchte auch er, um sich am Plan zu orientieren, der nicht auf Japanisch angeschrieben war. Doch dann hatte er’s und brachte uns selbst gleich direkt bis zur richtigen Straße. Am Weg erzählte er uns, dass er schon ein mal in Wien war. Nach einem schnellen Check In brachten wir unsere Sachen aufs Zimmer und stüzten uns ins Internet. Eigentlich beschlagnahmte Gerald wegen der Finanzkrise einige Stunden den Computer, um mit Put-Optionen und Futures sein Portfolio spät aber doch abzusichern. Gott sei Dank, denn sonst wäre er in den nächsten Tagen nicht mehr zur Ruhe gekommen! Leider gab es deshalb für mich kein Abendessen mehr.

Am nächsten Tag machten wir uns gespannt auf Sightseeing-Tour. In der Hotelrezeption kauften wir uns eine Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel in Kyoto um 1200 Yen pro Person, was einem das ständige Ticketkaufen erspart.
Als erstes Ziel stand der Goldene Pavillion (Kinkakuji) und der Rokuon-Ji auf dem Programm, doch nach dem Aussteigen aus dem Bus drängte der Hunger und führte uns gleich in ein nahe liegendes Lokal. Wir waren sehr beeindruckt, dass bereits am Eingang Modelle der Speisen in Originalgröße dargestellt wurden. Dies erleichterte die Entscheidung sehr. Nach einem leckeren uns zu unserer Überraschung sehr günstigen Essen ging es weiter. Auf der Suche nach dem Tempel gerieten wir vorerst in einen nicht touristisch erschlossenen Schrein, in dem wir die Ruhe geniessen konnten und einige Bilder dieser neuen wunderbaren Welt machten. Dann fanden wir aber doch zu unserem Ziel, wo schon bedetutend mehr Menschen und vor allem japanische Schulklassen anzutreffen waren. Zwei Einweiser in noblen Uniformen am Eingang wiesen uns den Weg. Wir bezahlten die Eintrittsgebühr von 400 Yen pro Person und bekamen 2 kunstvoll mit Kalligraphien verzierte Eintrittskarten und dann auch noch einen Plan mit geschichtlichem Abriss. Der goldene Tempel ist das meistfotografierte Bauwerk Japans und zog auch uns gleich in seinen Bann. Wir kamen zur richtigen Zeit, denn das goldene Gebäude, das von einem Shogun namens Kitsune Saionji um 1220 gebaut wurde, spiegelte sich im direkt davor angelegten See. Später kam es in den Besitz der Zen Mönche. Nach einem Spaziergang durch den wunderschön angelegten Park kamen wir zum Tempel, wo wir eine kurze Rast einlegten. Dort hängten gläubige Buddhisten Wunschzettel auf. Wie vor jedem Tempel gab es einen Brunnen mit schönen Holzkellen, um sich vor dem Eintritt in den Tempel die Hände zu waschen.

Nachdem wir uns ein leckeres aber gewöhnungbedürftiges Eis mit „Grüntee-Geschmack“ genehmigt hatten, beschlossen wir gleich weiterzugehen zum Rioanji Temple unn dessen Rock Garden (wahrscheinlich der weltberühmteste Steingarten) zu gehen. Vorerst war wieder der Eintritt von 500 Yen zu begleichen. Dann ging es an einem sehr schönen Seerosenteich entlang durch den japanischen Garten. Wir genossen die Stille auf eine in den See ragenden Landzunge mit Schrein und schlenderten dann gemächlich weiter bis wie beim eigentlichen Tempel ankamen. Hier hieß es, Schuhe ausziehen nach einem vorgegebenem Schema. Gerlinde ging wortwörtlich einen Schritt zu weit, um sofort von der Damen am Eingang auf den Boden der Realität zurückgeholt zu werden. Nach dem Ausziehen der Schuhe konnten wir den Tempel, der im 15 Jh. aus Holz errichtet wurde besichtigen. Am Ende der Tempelrunde kamen wir zum Rock Garden, wo es sich bereits viele Besucher auf dem Holzboden des Tempels gemütlich gemacht hatten. Der Rock Garden selbst mit seinen 15 Steinen auf Schotter steht für die Einfachheit und Schönheit in der ZEN Philosophie. Als plötzlich einer Besucherin die Abdeckung des Fotoapparates ins Kiesbeet viel, blickten alle geschockt (:-)) zu Ihr hinüber. Buddha sein Dank mußte sie nicht in die heilige Anlage steigen.
Nachdem wir hier etwas in Ruhe siniert hatten, beendeten wir den Rundgang durch den Park. Mit dem Bus fuhren wir dann wieder in die Innenstadt bis zum Bahnhof von Kyoto, wo wir vorbei an japanischen Läden durch die Shoppingmall flanierten. Dort gabs erst einen noblen Cappucino. Ein Stück weiter fiel uns ein spezieller Essensstand auf,in dem besonders fingefertige Köche mit Oktopus Stücken und Gemüse gefüllte Bällchen brutzelten. Das Zusehen bei der Zubereitung war schon ein Genuss, jedoch auch geschmacklich wurden wir nicht enttäuscht. Das Essen der Bällchen mit den Stäbchen war unsere Feuertaufe, die wir mit Bravour nach anfänglichen Schwierigkeiten bestanden.

Unser letzter Tag in Kyoto begann etwas später, da wir erst um 3:00 morgen an die Waschmaschine im Hotel gekommen waren.  Wir gaben wir unser Gepäck in den luggage room des Hotels und besichtigen den Imperial Garden samt Schloss. Ein imposanter Weg führte uns durch den Garten, in dem es sich bereits einige Japaner beim Picknick gemütlich gemacht hatten. Das Schloss war imposant und wir fanden direkt davor eine Art „japanische Ausspeisung“ in der wir gut und günstig aßen. Danch gings über das Hotel zum Bahnhof, wo wir uns Tickets nach Hiroshima für den Shinkansen Schnellzug kauften.

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