Transsibirische Eisenbahn / Transsib

[flickr album=72157607713316785 num=50]

Das Abenteuer „Transsibirische Eisenbahn“ begann bereits beim Kartenkauf. In der normalen Schalterhalle verwies man uns ins Reisecenter, da dies eine Langstreckenreise ist. Die dortige Schalterbeamtin ware gerade in einem netten Nachmittagsplausch bei Kaffee mit der Kollegin und interessierte sich sehr wenig für uns. Nur zaghaft gab Sie nach einiger Wartezeit Auskunft, die nicht ganz eindeutig war. Ich wollte für den 9 Uhr Zug 2 platzkartni reservieren, aber sie sagte dass es um neun uhr keinen zug gibt, aber um 6:30. Zudem soll es nur noch kupe geben. Wir waren nicht wirklich begeistert, nahmen jedoch an, da wir ohnehin wenig Wahl hatten.

Ca. 14.500 Rubel waren dann fällig für 2 Tickets im Coupé in der Transsibirischen Eisenbahn, die man heutzutage auch schon mit Kreditkarte zahlen kann. Gott sei Danke hatte ich noch eine. Die anderen beiden haben wir ja in Moskau vergessen 🙂

Als Sie uns dann das Transsib Ticket gab, stand da dann doch plötzlich 4:07 Moskauer Zeit, was 9:07 Irkutsker Zeit entspricht. Später gab es mit der kryptischen Fahrkarte nochmal ein Problem, da die nette Dame am Schalter uns die Karten nur bis Ussurijsk (eine Kleinstadt vor Vladivostok) ausgestellt hat. Obwohl ich mein bestes Russisch zum Besten gab und den Ort Ussurijsk noch nie gehört hatte und sicherlich Vladivostok sagte, dürfte uns die Dame hier noch einen Streich gespielt haben. Auf jeden Fall konnten wir für die Extrakilometer im Zug nachzahlen.

Die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn

Im Bahnhof fanden wir zunächst nicht zum Bahnsteig 1, da alle Türen verschlossen waren. Auch ein anderer Backpacker war schon sichtlich nervös. Ich fragte kurzerhand einen Polizisten (milizioner), der mit uns gleich bis zum Zug ging und sich sehr für unsere Reise interessierte. Beim Zug am Wagon angekommen, prüfte die prowodniza (Zugbegleiterin) mit Lehrerbrille und gestrengem Blick unsere Fahrkarten und den Reisepass. Danach bezogen wir unser Abteil, das wir bis Harbarowsk alleine haben sollten. Wir freuten uns auf 73 Fahrstunden in der Welt der Transib.

Eine Basisvepflegung hatten wir bereits eingekauft. ANTIALKOHOLISCHE Getränke, heißen Tee und Kekse gab es für wenig Geld bei der prowodniza. Den ersten Tag nutzten wir ausgiebig, um die langsam vorbeifließende Landschaft (80km Höchst und 60km Durchschnittsgeschwindigkeit) zu genießen. Schier unendliche Weiter der Taiga, immer wieder kleine sibirische Dörfer und gelegentlich eine Kleinstadt mit maroder Industrie zogen an uns vorbei.

Das Schlafquartier in der Transsibirischen Eisenbahn war sehr angenehm. Jeder bekam einen vakuumverschlossenen Beutel mit Bettwäsche aund Handtuch. Für die lederbezogenen Bänke gab es eine weiche Extrauflage. Der WC = Waschraum war sehr einfach, aber immer sauber. Einmal unterzg ich mich einer Russendusche in diesem Waschraum auf 1,5 qm. Sehr abenteuerlich, aber es ging! Zudem wurde auch 2 mal täglich im ganzen Wagon der Teppichboden gesaugt.

Als gegen Ende des ersten Tages unsere Basisverpflegung knapper und etwas einseitig wurde, nutzten wir die Gelegenheit währende dem Stopp auf kleinen Bahnhöfen, bei Einheimischen eine Tomate, Orange, eingelegte Gurke und piroschki, gefüllt mit Fleisch oder Kraut, später Käse, Brot, Räucherfisch und Bier einzukaufen. Unglaublich, aber wahr: Es entstand innerhalb von oft nur wenigen Minuten ein riesiger Markt mit hunderten Zuggästen. Die Verkäufer nutzten vom Beistelltisch bis zum Bügelbrett alles, worauf Ihre Waren nur abgestellt werden können. Bei den großen Bahnhöfen gab es diese Einkaufsgelegenheit nicht, da hier die Polizei diesen Bahnsteigverkauf untersagte.

Am 2. Tag wurde dann auch die Weiterreise geplant, etwas am Laptop gearbeitet oder Sudoku (vor allem Gerlinde) gerätselt. Auch eine abendliche Pokerrunde kam schon mal vor.

Bei der 3. Nachtfahrt lernten wir dann Andrej kennen, der seine Freundin in Harbarowsk besucht hatte. Er war sofort vollends begeistert mit uns Englisch sprechen zu können und rief gleich Freundin, Mutter und sonstige Freunde an um Ihnen dies voller Freude mitzuteilen. Er war schon etwas angeheitert und der Biervorrat war im Zug manegls Restaurant abgeschnitten. Auch ich war am Bahnhof Harbarowsk nicht wirklich erfolgreich auf der Getränkesuche. So schliefen wir nach einiger Unterhaltung doch auch ohne Bier ein. Am nächsten Morgen erklärten wir Andrej, dass man am besten gegen einen Kater, ein Bierchen trinkt. Andrej nahm das alzu ernst und besorgte uns auf einem kleinen Bahnhof 2 Gösser Bier, das wir als Frühschoppen zusammen tranken und fleißig über Politik und Wirtschaft, Land und Leute philosophierten.

Irgendwann nach 73 Stunden in der Transsibirischen Einsenbahn war es dann so weit und wir erreichten gehen 12:00 Vladivostok. Gott sein Dank hatten wir nur noch ein paar Schritte bis zum Hotel…..

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.