Urlaub auf Boracay / Phillipinen

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Wer den Finger auf der Landkarte ungefähr in die Mitte des über 700 Inseln umfassenden Landes setzt wird ungefähr auf Boracay landen, ca. 1,5 Flugstunden mit der Propellermaschine von Manila entfernt. Die Insel besteht hauptsächlich aus einem kilometerlangen wunderschönen, palmengesäumten Sandstrand, der in glasklares Meerwasser übergeht. Dass die Insel Tourismusdestination Nr.1 ist, kann man kaum übersehen. Der Strand ist in 3 Stations (Anlegeplätze) unterteilt. Bei Station 1 sind die gehobeneren Hotels zu finden und bei Station 2 gibt es eine Vielzahl von Resorts (kleinere meist im Familienbetrieb geführte Hotels) und der Hauptmarktplatz, die D-Mall, wo der Tourist alles findet, was er für den Urlaub brauchen kann. Auch eine Bank mit Bankomat, an dem man auch etwas mehr beheben kann, befindet sich dort. Rund um die D-Mall ist es in der Regel eher laut und es gibt viel Troubel. Eine Vielzahl von fliegenden Händlern wird hier schon mal lästig. Bei Station 3, wo wir unsere Zelte aufschlugen, wird es dann schon um einiges ruhiger, aber nichtsdestotrotz gibt es auch hier ganz nette Lokale, in denen es sich hervorragend dinieren und so manchen Sundowner trinken läßt.

Wer bei Station 3 eine Bar für den Abend sucht mit wirklich erfrischend netten Kellnerinnen, guten kalten Drinks, einem angenehmen Ambiente mit Meerblick, und köstlichem Abendessen sucht, kommt um das COCO LOCO kaum herum. Wir sind gleich am ersten Abend eher zufällig darin gelandet. Viele Resortbesitzer rund um Station 3 kommen selbst am Abend hierher, um noch bei einem kalten San Miguel über das Inselgeschehen zu tratschen und Aktuelles zu diskutieren. Hier bekommt man dann auch gleich mal von den Einheimischen die Tipps, wo man zum Beispiel Segeln geht (fragt nach Joey in der Red Pirate Bar ein Stück weiter), welche Touren angesagt sind, und vieles andere. Viele Resortbesitzer sind aus den verschiedensten Gegenden der Phillipinen hierhergezogen und auch zunehmend lassen sich hier Engländer in der Pension hier nieder und beschäftigen sich mit der Zimmervermietung, wie auch unser Gastgeber Peter. Dass es sich im Cocoloco sehr gut versumpfen läßt, haben wir bei 2 netten Abenden, einmal mit 3 Schweizern und einmal mit 2 Österreichern, 2 Russen und 1 Californier erlebt.

Ziemlich am Ende des Strandes findet sich auch ein Österreicher, dem wir einen Besuch auf ein Bier abgestattet haben. Er lebt schon seit 1982 hier und hat uns etliche Anekdoten erzählt und uns die Zeit vertrieben. Na ja, das Ambiente ist vielleicht in der Hauptsaison um Weihnachten noch besser hier.

Auf jeden Fall ist der Strand wirklich top! Sauberster, feinster Tropensand und ein leichter Wind macht das Klima sehr erträglich. Hier läßt es sich bequem in einer Strandmuschel relaxen oder unter einer Palme liegen, wenn einem das Risiko mit den Kokosnüssen nicht zu hoch ist 🙂 Das Wasser besticht durch Sauberkeit, aber der Tourismus hat auch hier seine Spuren hinterlassen und das Riff ist größtenteils zerstört. Auf einem Schnorchelausflug ging es auf eines der klassischen Auslegerboote und wir wurden zu einigen noch teilweise heilen Stellen des Riffes gebracht, aber mit intakten Riffen wie dem dem Great Barrier Reef ist das leider hier nicht mehr zu vergleichen. Leider ließ eine Erkältung nicht zu, dass wir die Sache beim Tauchen noch mehr erkunden. Wer eine intakte Unterwasserflora sucht, sei nach Palawan verwiesen. Wir durften viele tolle Unterwasseraufnahmen der Schweizer Freunde auf dem Coco Loco sehen und konnten uns wirklich davon überzeugen. Auch wer mehr noch die Ruhe sucht, ist auf Palawan und die umgebenden Inseln verwiesen. Ich werde das sicherlich beim nächten Mal Philippinen ausprobieren.

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Nun zu unserem Bootsausflug, den uns unser Vermieter empfahl. Als wir uns morgen aufmachten zum Früstück lagen schon 2 Badehandtücher parat und Edgar, die rechte Hand unseres Vermieters, brachte uns direkt bis zum Start der Tour, damit auch ja nichts schief geht. Die Gastfreundschaft ist wahrhaft enorm und es wird sich richtig gekümmert. Jeder Gast hat einen Namen und keine Zimmernummer. Am Weg dorthin politisierten wir noch ein wenig und ich durfte einiges über den philippinischen way of life mit all seinen Schattenseiten erfahren. Normalerweise äußere ich mich im Ausland nicht zu politischen Themen aber hier wird man darauf, sobald man sich besser kennt, auch schon mal angesprochen. Bei der Ablegestelle wartete schon eine Dutzendschaft Asiaten (Boracay ist die Lieblingsinsel der Koreaner) aus Korea, China, Hong Kong, eine indische Familie und besserverdienenden Einheimischen aus der Hauptstadt Manila. Das Einsteigen ins Auslegerboot ist gar nicht so einfach und obwohl ich keine Probleme hatte, hätte ich besser Sandalen angehabt, da der Ausleger sehr dünn ist und dass dann schon mal höllisch weh tut. Gleich zu Beginn kam dann auch gleich mal die Frage, wer denn eine Schwimmweste benötigt, was von 100% der Asiaten und einigen Einheimischen mit JA beantwortet wurde. Unglaublich, kein Mensch kann in Asien schwimmen! Und als wir beim 1. Schnorchelspot ankamen konnten wir und schon beim Nachbarboot überzeugen wie 20 Asiaten in dicken Schwimmwesten behäbig umherpaddelten. Ein Schmunzeln kommt einem bei diesem Anblick ja schon über die Lippen. Das war unser Vorteil, da wir mit 1-2 anderen Schimmern das komplette Riff weiter als 5 Meter vom Boot entfernt für uns hatten. Tja, das wurde mir dann auch zum Verhängnis. Immer weiter und weiter schwamm ich weg und wunderte mich, dass das Boot auf einmal wieder so nah war. Auf die Frage, wie lange wir hier noch bleiben würden, sagte mir ein Einheimischer von der Besatzug, dass es kein Stress sei. Irgendwann hatte ich doch genug und hievte mich tollkühn auf den Ausleger und sprang ins Boot. Doch die Leute kamen mir so gar nicht bekannt vor und der Captain meinte, dass ich hier wohl falsch sei. Verdammt, mein Boot ist ja verdammt weit weg, dachte ich mit. Und Gott sei Dank, brachte Gerlinde unser Boot dazu den Motor nochmal abzustellen. Mit einem Satz sprang ich ins Wasser und legte vermutlich meine schnellsten 100m hin und kämpfte mich erneut auf den Ausleger, was dann schon etwas lustiger bei plötzlich stärker gewordenem Seegang aussah. Geschafft, und es ging weiter zu einigen unbewohnten Trauminseln und zum Mittagessen zu einer entlegenen Seekolonie, wo wir bestens bei einem Buffet versorgt wurden. Als beim 2. Schnorchelspot wieder die Masken undesinfiziet ausgeteilt wurden, ist uns dann der Appetit darauf vergangen, aber am letzten einsamen Traumstrand sprangen wir noch in die Wellen.

Soviel zu unserem Ausflug. Wer übrigens einen Friseur auf Boracay sucht geht bei Station3 nach dem Coco Loco die kleine Gasse hoch, und am Island Jewell Inn Resort 50 m weiter und findet es supernette uns sehr ambitionierte Friseurin vor, die in Ihrem Salon genau Platz für 1 Person hat. Das macht den Service sehr persönlich und man kann über Gott und die Welt tratschen. Die Kommunikation ist wirklich easy, da praktisch jeder Philippino als 2. Sprache englisch spricht, da es verdammt viele Dialekte gibt. Die Umgangssprache Dagalog beherrschen auch noch viele. Und an den Bankomaten gibt’s DAGLISCH, eine Mischung aus Dagalog und Englisch. Den Schnitt gibt’s übrigens für ca. 120 Pesos, den Ausländerpreis, den man allerdings gerne bezahlt.

Die Philippinen sind einfach ein tolles Serviceland. Hier ist der Gast wirklich sprichwörtlich der König und das nicht nur beim Friseur. In den Lokalen kümmern sich die Kellner fast immer hervorragend um den Gast. Zum Schluß war es uns fast schon mal zuviel, wenn der Kellner beim Servieren das obligate „Excuse me, sir!“, „Excuse me, mam!“ voranstellte. Aber ich denke, so was wird man schon gewohnt J

Abschließend noch ein Wort zur Sicherheitslage. Wir hätten in den 2 Wochen vor Ort nicht die geringste Angst oder Beunruhigung gehabt, da Boracay sehr gut bewacht wird, wobei eine Präsenz von Armee oder Polizei auf der Insel praktisch nicht auffällt. Das größte Problem ist und bleibt die Korruption. Ohne das bekannte Kuvert geht hier leider gar nichts, wenn von den Behörden etwas benötigt wird. Dies trifft aber in 1. Linie nur die Resortbesitzer und nicht den Gast.

 

Einen weiteren interessanten Blog zu Boracay findet Ihr unter:

Boracay Blog 1

http://biyahilo.privateshelter.com/boracay-island/ping/

Boracay Blog2

http://www.travelblog.org/Asia/Philippines/blog-284921.html

 

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