Vladivostok – Tour 2

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Wie wir es von vornherein vorhatten, gingen wir am zweiten Tag zum Büro des Fähranbieters Bisintour, mit der wir die Überfahrt nach Japan machen wollten, um unsere Reservierung zu fixieren. Dort wurde uns gesagt, dass wir die Fähre nur in $ und bar bezahlen können. Natürlich hatten wir keine 400 $ pro Person mit, also gingen wir wieder, um diese zu besorgen. Wir bemerkten, dass dieses Vorhaben gar nicht so einfach war, weil die meisten Bankomaten ein Limit von 6000 Rubel (ca. 250 $) haben und wir nicht wussten, ob dieses Limit pro Tag und Karte gilt oder ob wir ein und dieselbe Karte zweimal benutzen konnten. Wir wollten aber nichts riskieren, also probierten wir einige Bankomaten durch, bis wir den richtigen fanden. Natürlich macht solch ein Unternehmen hungrig, deshalb gingen wir in ein Restaurant, das manchmal auch als Kino oder Theater genutzt wird, das Porto Franco in der Svetlanskaja. Das Essen dort ist wirklich sehr zu empfehlen. Gerald hatte Kalmar, ich nahm ein Stroganoff. Wir waren auch etwas in Zeitdruck, weil das Büro der Fährgesellschaft um 18.00 Uhr schloss. Danach suchten wir weiter nach einem geeigneten Bankomaten und wurden rasch fündig.

Zurück beim Meeresbahnhof wechselten wir unsere Rubel in Dollar und gingen wieder zum Büro der Fährgesellschaft. Dort wurden wir unsere Dollar dann doch nicht los, dafür aber gesamt 800 Rubel für die Bearbeitung unseres Anliegens. Wir bekamen unsere Tickets und die Information, wo wir am Sonntag um 21.00 Uhr sein sollten und dass wir die Dollar erst an Board zu bezahlen hätten. Zumindest waren wir jetzt sicher, dass wir wirklich den Studentenpreis zu bezahlen mussten, der anstatt 440 $ nur 396 $ ausmachte.

Etwas müde von diesem Unterfangen suchten wir das Café Presto in der Philharmonie auf. Es liegt in der Svetlanskaja und ist sehr gemütlich und auch ziemlich gefragt bei den Russen, denn ein Platz am Rande um das Geschehen zu überblicken war sehr begehrt. Nach einer kurzen Zeit hatten wir aber Glück und konnten uns in der Galerie des Cafés im Halbstock plazieren.

Im Reiseführer war das Einkaufszentrum Gum empfohlen, das um 1900 von zwei deutschen Kaufleuten gegründet wurde. Erwartungsvoll betraten Gerald und ich das von außen sehr schöne Gebäude und waren auf Anhieb enttäuscht. Die Verkaufsstände sind aneinandergereihte Glasvitrinen deren Inhalte nicht gerade zum Kauf einladen, ein großer Teil des Hauses steht leer, die Lichter sind hässliche Leuchtstoffröhren ohne Verkleidung und das Gebäude ist innen generell sehr heruntergekommen, es wurde offensichtlich schon länger nicht mehr renoviert. Gerald und ich verbrachten aus diesen Gründen nicht sehr viel Zeit im Gum. Wir gingen die Straße weiter und fanden zwei Büchereien, weil ich nichts mehr zu lesen hatte, und wir einen Japanreiseführer suchten. Leider fanden wir nichts von alledem; es war alles auf Russisch.

Am Rückweg zum Hotel fanden wir am Busbahnhof, der in Vladivostok auch wie einer aussieht, ein moderneres Einkaufszentrum namens Clever House. Wir schlenderten ziellos durch alle Stockwerke und erreichten ganz oben das Green Coffee Café und ein Restaurant mit tollem Blick auf Meer. Gerald holte uns von der Theke Kaffee und eine furchtbar leckere Torte – die Schosefina heißt. Unbedingt in Russland ausprobieren! Nebenbei hatten wir Glück, gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Denn von hier genießt man bei schönem Wetter wahrscheinlich den schönsten Sonnenuntergang über den Dächern der Stadt.

Unser Abendessen genossen wir später im Hotelrestaurant, das aus Borschtsch, Soljanka und Griechischem Salat bestand. Mit einer ausgiebigen Internetsession und ein, zwei Bier beendeten wir den Tag.

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